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Mittwoch, 9. Dezember 2009

9. Türchen--Weihnachtsstollen...

...heute geht es um das am Liebsten gebackene Gebäck für die Weihnachtszeit...

der STOLLEN...

Der Ursprung des Christstollens

Der Stollen gehört, so wissen es die Bäcker und Konditoren, zu den sogenannten "Gebildebroten". Es sind Gebäcke, die bestimmte symbolische Formen oder Figuren darstellen. Der Stollen gilt seit vielen Jahrhunderten als das in weiße Tücher gewickelte Christkind.
Wo der erste Stollen gebacken wurde und wer der Schöpfer von Rezept und Form war, ist nicht verbürgt. Man ist sich dennoch einig, daß der Ur-Stollen in Sachsen aus dem Ofen gezogen wurde, und zwar um das Jahr 1300.
Und so wie vor 700 Jahren wird auch heute noch gebacken.
Urkundlich taucht der Stollen zum ersten Mal 1329 in Naumburg an der Saale auf.
1474 taucht in Sachsen dann das "Christbrot" auf. In einer Urkunde heißt es: "Item 7 gr vor zewey Christbrot den armen luten uff wynachten", was soviel heißt wie: "Ebenso sieben Groschen für zwei Christbrote für die armen Leute zu Weihnachten".
Öl oder Butter?

Wie die Stollen damals wohl geschmeckt haben? Viele Gewürze, die heute so selbstverständlich zu kaufen sind, waren früher noch unbekannt oder sehr teuer. In allen katholischen Landen galt die Adventszeit als Fastenzeit. Somit war Butter verboten nur Öl erlaubt. Aber Stollen mit Öl backen?

So wurde die Stollenbäckerei immer besser, zumindest in den Gegenden Sachsens, in denen Wohlstand herrschte. Die Einrichtung des Dresdner Striezelmarktes, den es bis heute alljährlich vor Weihnachten gibt und der sich bereits damals hoher Besucherzahlen erfreute, hat wesentlich dazu beigetragen, den Stollen weit über Sachsen hinaus bekannt zu machen. Dabei war Dresden noch gar nicht die Stollen-Hochburg, die wir heute kennen. Aus der Umgebung, vor allem aus Meißen und Siebenlehn, kamen schon Ende des 16. Jahrhunderts die Bäcker mit Wagenladungen Stollen in die kurfürstliche Residenz, was den Dresdner Bäckern alles andere als lieb war.
Hochfeine Köstlichkeiten

Die Stollen wurden weiter verbessert. Längst ist es kein Geheimnis mehr: Die Sachsen gehören zu Deutschlands besten Kuchenbäckern und kenntnisreichsten Kuchenessern. Ob dies schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts so war, muß Spekulation bleiben. Die Stollen jedenfalls waren in jener Zeit hochfeine Köstlichkeiten. Niemand hätte es gewagt, sie einfach als "Kuchen" zu bezeichnen. Das ist heute noch so. Dresdner oder andere sächsiche Stollen sind die Könige unter den Backwerken.

Ich denke und hoffe doch, ihr habt alle diese Stollen auch daheim zum Fest, dann laßt es euch munden und denkt dabei an SACHSEN, da wo ich herkomme...

...einen wunderschönen Tag für euch...

1 Kommentar:

  1. Jo, ein Stollen zu Weihnachten, das war immer so ein Ding. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mir sogar mal einen nach Amerika geschickt hat.

    Jetzt habe ich fast alle Zutaten für einen hier, allein die Weihnachtsbäckerei will nicht so recht in Schwung kommen (mir brennen eh immer alle Plätzchen an, das ist irgendwie echt fad).

    So long,
    Corinna

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Ich freue mich über Kommentare, danke für eure netten Worte...